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Mit Krokodil posieren Ute Hennings, Dirk Baumhof, Jackie Roesner und Gernot Richter (von links) FOTOS: FRANK HOMANN
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Von Joscha Duhme
STIELDORF. „Hier in Stieldorf habe ich meine Wurzeln, meine Wahlheimat aber ist Swakopmund.“ Ute Hennings lebt in Namibia. Am Wochenende kam sie zurück in den Ort ihrer Jugend, jedoch nicht nur aus Sentimentalität oder dem Wunsch, ihre Mutter zu besuchen. Im katholischen Pfarrheim stellte sie eine umfangreiche Auswahl an Teppichen aus und bot sie auch zum Verkauf an. Die Ideen für die Teppiche, die im namibischen Nakara gefertigt werden, stammen aus ihrer Feder. Nach ihrem Designstudium in Aachen siedelte Ute Hennings vor rund 15 Jahren nach Namibia über. „Ich hatte dort vorher bereits Urlaub gemacht", berichtet sie. Sie habe damals viele erwerbslose Menschen, speziell auf dem Land beobachtet, die kaum eigene Ideen entwickelten. „Ich aber habe sehr viele Ideen, deshalb setzen sie jetzt meine um", berichtet Ute Hennings, geborene Grewe. Gefertigt werden die Teppiche mit einer Handtuft - Technik, die laut Hennings aufgrund der eingesetzten technischen Hilfsmittel als ausgesprochene Erwachsenenarbeit gilt und somit keine Kinder beschäftigt. Sie bildete bereits zahlreiche Mitarbeiter in diesem Handwerk aus. Zurzeit beschäftigt sie sieben Festangestellte, doch mit rund 120 Afrikanern, die beispielsweise auch Holzskulpturen fertigen, die ebenfalls im Pfarrheim zu sehen waren, arbeitet sie regelmäßig zusammen. Jeder Teppich wird von einer Person alleine gefertigt. Dafür sind etwa vier Tage nötig. „Es ist für die Menschen immer wieder ein tolles Gefühl, das fertige Werk vor sich zu sehen", erklärt die Designerin der Teppiche. Bei der Gestaltung der selbigen verbindet sie „die beiden Welten". Ihr eigener Stil werde natürlich stark von ihrem afrikanischen Umfeld inspiriert, gibt sie zu. Dabei entstehen „junge, poppige Designs“, aber auch gediegene und stilvolle Teppiche". Zudem nehme sie auch Auftragsarbeiten entgegen. Der Name ihres kleinen Unternehmens Nakara setzt sich aus den Worten Namibia und Karakul zusammen. Karakulschafe sind die afrikanischen Tiere, mit deren Wolle Hennings zuerst arbeitete, mittlerweile hat sie jedoch aufgrund der geringer Farbpalette die Wollart gewechselt. Ute Hennings selbst fühlt sich pudelwohl in Namibia, in dem es keine großen Probleme wie Hungersnöte gibt. In der ehemaligen deutschen Kolonie „ist alles sehr geregelt Die Straßen sind in gutem Zustand, in Swakopmund leben viele Deutsche und viele Afrikaner sprechen auch Deutsch". Dies habe ihr den Einstieg in eine neue Kultur natürlich wesentlich vereinfacht gibt sie zu. Obwohl sie sich in Afrika wohl fühlt und in Meeresnähe täglich Sonnenschein genießen kann, kommt sie gerne nach Deutschland zurück. Etwa „zwei bis drei Mal im Jahr“ tut sie dies mit Ausstellungen dieser Art. Derzeit ist sie für fünf Wochen in der alter Heimat. An den kommenden Wochenenden wird sie unter anderem in Berlin und Münster ausstellen. In Stieldorf begann laut ihrer Aussage ihr Erfolg, denn in ihrem Heimatort stellte sie zum
ersten Mal aus und stieß auf positive Resonanz. Dies äußert sich auch in ihrer Manufaktur, denn angefangen „habe ich in einer kleinen Garage, mittlerweile arbeiten wir in einer eigenen Halle". Für den Pfarrgemeinderat der Pfarrgemeinde Sankt Margareta Stieldorf, speziell den Sachausschuss „Frieden - Entwicklung - Mission", der seine Arbeit am Wochenende ebenfalls vorstellte, verdeutlichte die Ausstellung neben der Kunstfertigkeit der namibischen Mitarbeiter Ute Hennings auch die Wichtigkeit von Hilfe zur Selbsthilfe, die die Stieldorferin mit der Schaffung lokaler Arbeitsplätze leistet. Seit vielen Jahren ist es Anliegen des Sachausschusses, auf die Nöte leidender Menschen, nicht nur, aber besonders in Afrika aufmerksam zu machen.
Weitere Informationen zu Ute Hennings und ihren Teppichen sind im Internet unter www.carpets-crafts.com abrufbar.
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